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A14-Ausbau: Letzte Bauetappe in Brandenburg gestartet

30.06.2026 16:11
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Der Ausbau der Autobahn 14 geht weiter. Am 29. Juni 2026 begann der Bau des letzten noch fehlenden brandenburgischen Abschnitts zwischen Wittenberge und Karstädt. Gleichzeitig wurde in Sachsen-Anhalt der Abschnitt zwischen Lüderitz und Stendal-Süd für den Verkehr freigegeben.

Damit kommt die geplante Autobahnverbindung zwischen Magdeburg, Wittenberge und Schwerin ein weiteres Stück voran. Die A14 gilt als wichtiges Verkehrsprojekt zwischen Mitteldeutschland und den Ostseehäfen. Vor allem Regionen direkt an der Strecke, darunter Prignitz und Altmark, sollen davon profitieren.

Der nun freigegebene Abschnitt bei Stendal ist 6,8 Kilometer lang. In Brandenburg entstehen zwischen Wittenberge und Karstädt weitere rund 18 Kilometer Autobahn. Für diesen Abschnitt sind Investitionen von rund 316 Millionen Euro vorgesehen.

Quelle: Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung Brandenburg


Kommentar: Eine Autobahn allein macht noch keinen Aufschwung

Die A14 wird im Moment gern als große Chance für das Havelland gesehen. Über die B188, so die Hoffnung, könnten Rathenow, das Milower Land und Premnitz künftig besser an die neue Autobahnachse bei Stendal angebunden werden. Auch der geplante Gewerbe- und Industriestandort im westlichen Havelland wird in diesem Zusammenhang immer wieder genannt. Klingt erst einmal gut: bessere Erreichbarkeit, neue Firmen, neue Arbeitsplätze.

Aber ganz so einfach ist es nicht.

Für Rathenow selbst bleibt die Frage offen, was davon am Ende wirklich ankommt. Die Stadt bekommt keinen eigenen Autobahnanschluss. Zwischen Rathenow und Stendal liegen weiterhin rund 40 Kilometer Bundesstraße. Ja, die B188 kann ein Zubringer sein. Aber ein Zubringer ist noch kein Wirtschaftsmotor.

Auch bei neuen Arbeitsplätzen und Investitionen sollte man vorsichtig mit großen Versprechen sein. Rathenow ist schon heute nicht komplett abgehängt. Berlin, A2, A10 und Bahnanschluss sind wichtige Standortfaktoren. Trotzdem hat das bisher keinen großen Wirtschaftsboom ausgelöst. Warum sollte also ausgerechnet eine zusätzliche Autobahnachse bei Stendal plötzlich alles verändern?

Ähnlich sieht es beim Tourismus aus. Das Westhavelland hat viel zu bieten: Havel, Seen, Natur, Radwege, Sternenpark und Ruhe. Trotzdem taucht laut amtlicher Tourismusstatistik keine Havelland-Gemeinde unter den zehn übernachtungsstärksten Gemeinden Brandenburgs im April 2026 auf. Das sollte zu denken geben.

Vielleicht liegt die größere Chance deshalb gar nicht in einer Autobahn bei Stendal, sondern viel näher: vor Ort. Wassertourismus, Fahrrad- und Bootsverleih, einfache Übernachtungsmöglichkeiten, klare Ausflugsrouten, bessere Angebote am Bahnhof und vor allem mehr Werbung für das Westhavelland könnten Rathenow wahrscheinlich mehr bringen als die Hoffnung auf Durchgangsverkehr.

Wirtschaft entsteht nicht nur durch Industrieflächen und Autobahnen. Auch Tourismus schafft Arbeit: in Gastronomie, Hotellerie, Freizeit, Handel und Dienstleistungen. Und vielleicht gibt es Menschen, die nicht nur für ein Wochenende kommen, sondern irgendwann hier leben und arbeiten wollen – wegen der Natur, des Wassers, der Ruhe und der Bahnverbindung nach Berlin.

Eine Autobahn kann Verkehr bringen. Aufschwung entsteht aber erst, wenn Menschen nicht nur vorbeifahren, sondern anhalten. Oder bleiben.

Was denken Sie?
Bringt die A14 Rathenow und dem Westhavelland wirklich etwas – oder braucht die Region vor allem eigene Ideen für Tourismus, Wirtschaft und mehr Sichtbarkeit? Schreiben Sie es gern unten in die Kommentare.

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