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Bis 2035 könnten in Brandenburg rund 120.000 Arbeitskräfte fehlen

13.07.2026 17:27
(Kommentare: 2)

Der Fachkräftemangel dürfte Brandenburg in den kommenden Jahren noch deutlich stärker beschäftigen. Nach einer neuen Arbeitsmarktprojektion könnten dem Land bis zum Jahr 2035 rund 120.000 Arbeits- und Fachkräfte fehlen, sofern sich die bisherigen Entwicklungen fortsetzen und keine ausreichenden Gegenmaßnahmen greifen.

Die Wirtschaftsförderung Brandenburg und die drei Industrie- und Handelskammern des Landes haben dafür erstmals eine gemeinsame Vorausschau entwickelt. Sie zeigt, wie sich Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt in den kommenden Jahren entwickeln könnten – aufgeschlüsselt nach Regionen, Berufsgruppen und beruflicher Stellung.

Damit erhalten Unternehmen ein Instrument, das weit über eine allgemeine Warnung vor dem Fachkräftemangel hinausgeht. Betriebe können frühzeitig erkennen, in welchen Berufen sich Engpässe verschärfen könnten und wo rechtzeitiges Handeln notwendig wird.

Dazu gehören vor allem eine stärkere Ausbildung, gezielte Weiterbildungen, die Bindung vorhandener Mitarbeiter und die frühzeitige Suche nach neuen Fachkräften. Auch die Gewinnung und Integration internationaler Arbeitskräfte dürfte künftig eine immer größere Rolle spielen.

Ina Hänsel, Präsidentin der IHK Potsdam, sieht in der Projektion einen wichtigen Service für Unternehmen. Firmen könnten dadurch besser einschätzen, wie sich Engpässe in den für sie relevanten Berufen entwickeln. Auch Bildungsträger könnten ihre Angebote gezielter auf Berufe ausrichten, in denen künftig besonders viele Beschäftigte fehlen.

Westbrandenburg besonders gefordert

Für Westbrandenburg ist diese Entwicklung von besonderer Bedeutung. Schon heute suchen viele Unternehmen in Pflege, Handwerk, Industrie, Logistik, Gastronomie und Dienstleistung nach Personal.

In ländlich geprägten Regionen kommt hinzu, dass viele ältere Beschäftigte in den kommenden Jahren aus dem Berufsleben ausscheiden, während nicht genügend junge Menschen nachrücken. Gleichzeitig ziehen Fachkräfte häufig in größere Städte oder wirtschaftsstärkere Regionen.

Für Unternehmen bedeutet das: Wer erst dann mit der Personalsuche beginnt, wenn eine Stelle dringend besetzt werden muss, dürfte es künftig noch schwerer haben. Betriebe werden stärker darum werben müssen, als Arbeitgeber sichtbar zu sein und potenzielle Bewerber frühzeitig anzusprechen.

Fachkräftesuche wird zur Daueraufgabe

Die neue Projektion zeigt deshalb auch, dass Stellenanzeigen allein künftig nicht mehr ausreichen werden. Erfolgreiche Personalgewinnung wird zunehmend zu einer dauerhaften Aufgabe.

Unternehmen müssen regelmäßig zeigen, welche Arbeitsplätze sie bieten, welche Entwicklungsmöglichkeiten bestehen und warum es sich lohnt, in der Region zu arbeiten und zu leben.

Auch regionale Plattformen und Medien gewinnen dabei an Bedeutung. Sie können Arbeitgeber, Bewerber, Schulen und Bildungsträger miteinander verbinden und dafür sorgen, dass freie Stellen nicht nur überregional, sondern vor allem vor Ort wahrgenommen werden.

Die Arbeitsmarktprojektion basiert auf der Bevölkerungsvorausberechnung für Brandenburg und den bisherigen Erwerbsquoten. Für die Entwicklung des künftigen Bedarfs wird angenommen, dass sich die Dynamik der vergangenen Jahre bis 2035 in ähnlicher Form fortsetzt.

Abrufbar sind die Ergebnisse für das gesamte Land Brandenburg sowie getrennt nach den IHK-Bezirken Potsdam, Cottbus und Ostbrandenburg.

Quelle: Wirtschaftsförderung Brandenburg / IHK Potsdam

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Einen Kommentar schreiben

Kommentar von Tilo S. |

Die logische Konsequenz ist, noch mehr Analphabeten aufzunehmen? Die 200.000 plus Familiennachzug reichen offenbar nicht aus(Jährlich).

Kommentar von Rathenower |

Was für ein dämlicher Blödsinn!
Ich kenne genug sehr gut ausgebildete Fachkräfte, mit jahrelanger Berufserfahrung und die haben in diesem und letzten Jahr hier in Rathenow und Brandenburg ihren Job verloren! Die suchen seit Monaten händeringend nach einen Job!
Nur weil Stellenanzeigen ( oftmals 20x dieselbe von verschiedenen Anbietern) im Internet stehen heißt das noch lange nicht das die auch wirklich existieren!
Rückmeldung bekommt man meist nicht!

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