Der Garlitzer Carneval Club – eine feste Instanz im närrischen Havelland
Garlitz 1982: Fünf kreative Frauen, eine Portion Humor und jede Menge Lust auf Fasching – mehr brauchte es nicht, um den Grundstein für eine Erfolgsgeschichte zu legen. Was als kleine, närrische Initiative begann, ist heute ein beeindruckender Verein mit rund 85 Mitwirkenden im Alter von sechs bis zweiundsiebzig Jahren vor und hinter den Kulissen. Und man darf mit Fug und Recht sagen: Der Garlitzer Carneval Club (GCC) ist erwachsen geworden – aber garantiert nicht langweilig!
Die Auftrittsorte wechselten im Laufe der Jahre öfter so einige Male: Bis 1992 wurde in der Gaststätte Hempel in Garlitz ausgiebig gefeiert, anschließend versuchte man sich zwei Jahre lang in einer Halle des damaligen Landwirtschaftsbetriebes Vollmann – aber mit so viel Vorbereitungsaufwand, dass selbst gestandene Narren ins Schwitzen kamen. Lange Heimat war danach die Gaststätte in Buschow, bis sie 2018 ihre Türen schloss. Doch echte Karnevalisten geben nicht auf! Seit 2019 hat der GCC in der Festscheune der Gaststätte „Rathenow“ in Stechow ein neues Zuhause gefunden – neben der Versorgung mit Hausmannskost, Getränken aller Art, werden auch eine optimale Saalgröße, beste Umkleidemöglichkeiten und modernes technisches Equipment inklusive Musikanlage sowie gleich zwei Großbildschirme mit Kamera geboten … „Kiss-Cam“? Läuft!
Seit 1989 wacht ein „Fünferrat“ über das närrische Treiben. Programmdirektorin ist seit einigen Jahren Gudrun Lewwe. Und auch die Präsidentschaft liegt traditionell in weiblicher Hand – seit Jahren sorgt Sabine Wulsch-Giebler für die Koordination, damit jede Pointe sitzt und jeder Takt stimmt.
Ebenfalls seit 1989 mischen die Männer mit – und haben sich, wie Insider augenzwinkernd berichten, zu DEN Stars des Programmabends entwickelt. Und spätestens seit Einführung des Prinzenpaares mit Mathias I. und Doreen I. im Jahre 1991 ist klar: Hier wird Regentschaft ernst genommen. In dieser Saison führten Harald I. und Michaela I. mit Charme und Humor durch die närrische Zeit.
Tänze sind seit Mitte der 80er Jahre zum Markenzeichen des Vereins geworden. Viele der damaligen „Sternchen“ stehen heute mit über 60 Jahren noch immer in anderer Funktion auf oder hinter der Bühne. Bestes Beispiel: Katrin Sommerfeld als legendäre „Eierfrau“, die mit ihren pointierten Stilblüten aus dem Garlitzer Dorfleben Jahr für Jahr Lachtränen garantiert.
Wurden Kostüme, Kulissen und Hüte in der ersten Zeit noch mit viel Fleiß und Aufwand selbst geschneidert und gebastelt, greift man heute auf gekaufte, fertige Kostüme zurück – was der Kreativität jedoch keinen Abbruch tut.
Derzeit zählt der GCC acht Tanz- und Showgruppen, hinzu kommen Gesangsbeiträge, Sketche und Büttenreden – alles selbst erdacht, choreografiert und ausschließlich ehrenamtlich auf die Bühne gebracht. Vom Kindergartenalter bis zu den erfahrenen Karnevalsveteranen sind alle dabei, oft ganze Familien. Einige wohnen längst nicht mehr in Garlitz oder sind neu hinzugezogen – doch die Gemeinschaft bleibt.
Und der Nachwuchs? Aber hallo! Besonders bezaubernd in diesem Jahr: die kleine Mädchengarde, die Tanzmariechen und Gardemädchen. Mit tänzerischen Interpretationen bekannter Filmmusiken – von Arielle bis hin zu Barbiegirl – sorgten sie mit ausgefallenen Kostümen und unter beeindruckenden Lichteffekten für staunende Gesichter. Und der männliche Nachwuchs? Scheint gesichert! Als Minions zeigte die junge Garde eindrucksvoll, was sie schon auf dem Kasten hat.
Für besondere Begeisterung sorgten die „Vor Ort“-Drehs der Sketchers in Garlitz und Umgebung – lokale Comedy vom Feinsten. Ein Highlight war außerdem die neue „Kiss-Cam“, initiiert von Chris Liepert: Wer von seiner Kamera erfasst wurde, musste knutschen – sehr zur Freude des Publikums! Ebenso gefeiert und neu: der Musikwettbewerb als Play-Back-Show.
Nach tosendem, ja fast „fonetischem“ Applaus wurde bis etwa 1:30 Uhr weitergetanzt – mit Musik „vom Band“ und DJ Andreas Oeter.
Damit auch niemand auf dem Heimweg ins Straucheln geriet, brachte ein eigens engagiertes Bus-Shuttle Künstler und Gäste sicher zurück nach Garlitz – und sogar bis nach Rathenow.
Ca. 160 Gäste auf jeder Veranstaltung sind sich hinterher einig: So viel Spaß für wenig Geld! Denn für 17 Euro Eintritt bekommt man jedes Jahr ein fast zweistündiges, abwechslungsreiches und immer neues Programm geboten – ein Ergebnis echter Teamarbeit, mit Ideen aus allen Altersgruppen und ganz viel Engagement. Was will man mehr?
Letztendlich ist der Garlitzer Carneval Club ist nicht nur ein Verein, sondern ein Stück gelebte Dorfgemeinschaft. Tradition, Zusammenhalt und jede Menge Herzblut haben auch schwierige Zeiten überdauert…
Nur fünf närrische Frauen genügten, um inzwischen ein ganzes Dorf sowie zahlreiche Gäste auf den jährlichen Veranstaltungen des GCC glücklich zu machen.
Bilder: Garlitzer Carneval Club










