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1.620 Beschäftigte im Havelland gehen jährlich in Rente – Gewerkschaft warnt vor Rentenkürzungen

02.11.2026 20:48
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Wer 45 Beitragsjahre erreicht hat, soll nach Forderung der Gewerkschaft NGG auch künftig unter den geltenden Altersvoraussetzungen ohne Abschläge in Rente gehen können.

Bildnachweis: Foto (Montage): NGG | Tobias Seifert

In den kommenden Jahren werden im Landkreis Havelland durchschnittlich rund 1.620 Beschäftigte jährlich in den Ruhestand wechseln. Bis 2035 werden nach Berechnungen des Pestel-Instituts insgesamt rund 46.000 Menschen im Landkreis im Rentenalter sein. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) fordert deshalb verlässliche Rentenregelungen und warnt vor Einschnitten für langjährig Beschäftigte.

Abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren gefordert

Die NGG-Region Berlin-Brandenburg setzt sich dafür ein, dass Arbeitnehmer auch künftig nach 45 Beitragsjahren unter den geltenden Altersvoraussetzungen ohne Abschläge in Rente gehen können.

Die Diskussion um die geplante Rentenreform der Bundesregierung sorgt nach Einschätzung der Gewerkschaft für Unsicherheit. Besonders betroffen seien Menschen, die bereits 45 Jahre in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt haben oder kurz davorstehen.

„Wer früh ins Berufsleben startet, darf dafür nicht bestraft werden“, betont NGG-Geschäftsführer Sebastian Riesner.

Gerade Beschäftigte in körperlich anstrengenden Berufen seien auf eine verlässliche Altersversorgung angewiesen. Das betreffe auch Arbeitnehmer in der Lebensmittelproduktion, in Bäckereien, Kantinen und Restaurants im Havelland.

Mehr als 200.000 langjährig Versicherte in Brandenburg

Nach Angaben der NGG unter Berufung auf die Deutsche Rentenversicherung bezogen Ende 2025 in Brandenburg mehr als 580.000 Menschen eine gesetzliche Altersrente.

Darunter waren zahlreiche Menschen mit besonders langen Versicherungszeiten:

  • Rund 127.100 Männer hatten mindestens 45 Beitragsjahre erreicht.

  • Rund 77.000 Frauen konnten ebenfalls auf mindestens 45 Beitragsjahre zurückblicken.

Damit verfügten nach den genannten Zahlen mehr als 204.000 Rentnerinnen und Rentner in Brandenburg über entsprechend lange Versicherungszeiten.

Gewerkschaft lehnt höheres Renteneintrittsalter ab

Die NGG spricht sich ausdrücklich gegen eine weitere Anhebung des gesetzlichen Renteneintrittsalters aus.

Für Menschen, die über Jahrzehnte körperlich schwer gearbeitet haben, sei ein längeres Berufsleben häufig kaum zumutbar.

Eine weitere Erhöhung des Renteneintrittsalters käme für diese Beschäftigten nach Ansicht der Gewerkschaft einer indirekten Rentenkürzung gleich.

Auch eine stärkere Abhängigkeit der Altersversorgung von den Finanzmärkten sieht die NGG kritisch. Die gesetzliche Rente müsse zuverlässig bleiben und ihre Entwicklung weiterhin an die Löhne gekoppelt sein.

Rentenpolitik betrifft auch das Havelland

Mit durchschnittlich 1.620 Beschäftigten, die nach den Berechnungen jährlich in den Ruhestand wechseln werden, gewinnt die Rentendebatte auch im Landkreis Havelland an Bedeutung.

Die NGG appelliert deshalb an CDU/CSU und SPD, die geplante Rentenreform sozial ausgewogen zu gestalten und die Interessen langjährig Versicherter zu berücksichtigen.

Quelle: Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), Region Berlin-Brandenburg, unter Berufung auf Berechnungen des Pestel-Instituts und Angaben der Deutschen Rentenversicherung.

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