Ranger schützen Wiesenbrüter im Naturpark Westhavelland mit neuem Zaun
Im Naturpark Westhavelland bereiten Rangerinnen und Ranger der Naturwacht gemeinsam mit der Naturparkverwaltung den Schutz der Wiesenbrüter für die kommende Brutsaison vor. Erstmals kommt in der Großen Grabenniederung ein fester Schutzzaun zum Einsatz. Er soll verhindern, dass Raubtiere wie Fuchs, Waschbär oder Marderhund die Nester gefährdeter Vogelarten erreichen.
Wiesenbrüter wie Kiebitz, Rotschenkel oder Bekassine legen ihre Nester direkt auf offenen Wiesen an. Werden Eier oder Küken von Fressfeinden entdeckt, haben sie kaum eine Chance. Auswertungen von Nestkameras zeigen, dass vor allem Füchse und Waschbären für einen Großteil der Verluste verantwortlich sind. Besonders der Waschbär – ursprünglich aus Pelzfarmen entlaufen – sorgt als invasive Art für zusätzlichen Druck auf die Bestände.
Um den Vögeln bessere Bedingungen für die Aufzucht ihrer Jungen zu geben, haben die Ranger erstmals eine rund 36 Hektar große Schutzfläche eingezäunt. Das Gebiet liegt in der Großen Grabenniederung im Naturschutzgebiet Untere Havel Nord. Finanziert und unterstützt wurde das Projekt vom Naturschutzfonds Brandenburg. Die Umsetzung erfolgt in enger Zusammenarbeit mit einem örtlichen Landwirt, der Jägerschaft sowie dem NABU-Regionalverband Westhavelland.
Der Zaun soll verhindern, dass Raubtiere in das Brutgebiet eindringen. „Unser Ziel ist klar: Wir wollen den Wiesenbrütern einen sicheren Ort zum Brüten und zur Aufzucht ihrer Jungen schaffen“, erklärt Ranger Thomas Klinner. Gerade in den ersten Lebenswochen können die Küken noch nicht fliegen und sind daher besonders gefährdet.
Wie notwendig solche Maßnahmen sind, zeigte sich bereits im vergangenen Jahr. 2025 entdeckten Ranger in der Großen Grabenniederung eine seltene Uferschnepfen-Brut – die einzige in ganz Brandenburg und die erste seit elf Jahren in diesem Gebiet. Trotz der großen Hoffnung ging das Gelege jedoch durch Prädation verloren.
Mit dem neuen Schutzzaun hoffen die Verantwortlichen nun, dass seltene Wiesenbrüter künftig wieder erfolgreich Junge großziehen können und sich ihre Bestände im Naturpark Westhavelland stabilisieren.
Quelle: Stiftung Naturschutzfonds Brandenburg