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Weltweit größtes Brachymedial-Fernrohr im Optikpark

18.07.2017 10:42
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Rathenow, 18. Juli 2017. Das Rathenower Brachymedial-Fernrohr ist das weltweit größte seiner Art. Das Fernrohr ist kuppellos aufgestellt worden und in zwei Achsen drehbar.

Der Rolfsche Refraktor ist ein Schupmann-Medial-Fernrohr, das von dem Rathenower Ingenieur und Hobbyastronomen Edwin Rolf (1899-1991) nach den Konzepten von Professor Ludwig Schupmann (1851-1920) gebaut wurde.

Edwin Rolf errichtete das Fernrohr von 1949 bis 1953 in seinem Garten. Nach seinem Tod 1991 wurde das Fernrohr von der Stadt Rathenow unter Denkmalschutz gestellt und von 1994 bis 1996 vollständig saniert.

Mit Medial wird eine Teleskopbauform bezeichnet, bei der für die optische Abbildung sowohl Linsen als auch Spiegel eingesetzt werden. Die Mediale nehmen also eine Mittelstellung zwischen Linsen- und Spiegelfernrohr ein, daher der Name Medial.

Bei diesen Teleskopen wird der Fehler einer einfachen Linse, insbesondere der Farbfehler, durch einen Korrektor aus Spiegel und Linse behoben. Wird dieses System im Strahlengang platziert, kann die Baulänge erheblich verkürzt werden. In diesem Fall spricht man dann von Brachymedial-Fernrohren, sie sind also Medialfernrohre in verkürzter Bauweise.

Ausgewählte technische Daten:
- Wirksame Öffnung: 0,7 Meter, Platz 9 unter den großen Refraktoren weltweit
- Brennweite: 20,8 Meter, Platz 2 unter den Refraktoren, hinter Berlin-Treptow
- Tubuslänge: 10,15 Meter
- Gesamthöhe: 11,5 Meter
- Gesamtgewicht: 13,0 Tonnen

Optisches System:
- Einlinsiges Objektiv aus Kronglas
- Kompensationssystem mit Flintlinse und sphärischem Konkavspiegel
- Elliptische Planspiegel zur Umlenkung des Haupt
- und Sucherstrahlenganges
- Korrektursystem zur Beseitigung von Abbildungsfehlern
- Leit- und Suchfernrohr unter Mitbenutzung des Objektivs
- Auswechselbare Anpassungen für Okulare, CCD-Kameras, Fotoeinrichtungen, Camcorder

Weitere Informationen
Im Neuen Zellenspeicher im Optikpark-Mühlenhof findet der interessierte Besucher eine BildPräsentation
vor, die sich mit dem Ingenieur Edwin Rolf, der Historie und dem Aufbau des
Fernrohrs befasst. Auch ältere und aktuelle Mond- wie auch Planetenbilder, „geschossen“
durch das Fernrohr, können studiert werden.

Ehrung
Am 1. Juni 2012 erhielt der neugestaltete Schleusenparkplatz an der Rathenower
Steinstraße zu Ehren des großen Sohnes der Stadt seinen neuen Namen: Edwin-Rolf-Platz.

Optikpark Rathenow

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